Geschichte des Archivs

Die Anfänge des Staatsarchivs reichen bis ins Mittelalter zurück.

Die Stadt Basel besass schon seit der Selbständigkeit des Rates im Laufe des 12. Jahrhunderts eine Sammlung von Urkunden und Dokumenten. Beim Erdbeben von 1356 verbrannten diese Dokumente.

Inhaltliche Neuordnungen

1487/1488 erstellte der Stadtschreiber Hans Gerstner eine erste Ordnung, die etwa bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts fortgeführt wurde. Eine durchgreifende Erneuerung erfuhr das Archivwesen Mitte des 18. Jahrhunderts unter Daniel Bruckner. 1818 ernannte der Kleine Rat Johannes Krug zum neuen Registrator. Dieser machte sich an eine Neuordnung des Archivs, das in seinem Aufbau noch der staatlichen Organisation aus der Zeit vor 1798 entsprach.

Der politischen Trennung zwischen Stadt und Landschaft im Jahre 1833 folgte die güterrechtliche Auseinandersetzung. Alles, was als Staatsgut anerkannt worden war, wurde zwischen den beiden Halbkantonen aufgeteilt, so auch das Archivgut. Die Halbkantone erhielten jeweils diejenigen Akten zugesprochen, die sich ausschliesslich auf ihr Territorium bezogen. Als gemeinsames Eigentum verblieben im Staatsarchiv Basel-Stadt alle Unterlagen, die den gesamten alten Kanton Basel betrafen.

Eigene Infrastrukturen

1877 schuf der Regierungsrat die Stelle eines Staatsarchivars. Der neu ernannte Staatsarchivar Rudolf Wackernagel machte sich an eine umfassende Neuordnung des Archivwesens. 1879 erliess der Regierungsrat ein Archivreglement, das die Benutzung regelte. 1891 begann Wackernagel mit der Auflösung der alten Archivabteilungen und ihrer völligen Neuordnung nach dem Pertinenzsystem. Gleichzeitig ging er an die Planung eines eigenständigen Archivgebäudes, das im Oktober 1899 an der Martinsgasse bezogen werden konnte. 1956 erliess der Regierungsrat eine Neufassung des Reglements betreffend die Registraturen der öffentlichen Verwaltung und die Ablieferung der Akten an das Staatsarchiv. 1996 verabschiedete der Grosse Rat das Archivgesetz, es trat zusammen mit einer Verordnung 1998 in Kraft. Seit 2012 gelten das neue Informations- und Datenschutzgesetz (IDG) sowie die dazugehörige Verordnung.

Um- und Neubauten

1966 wurde das Staatsarchiv renoviert, durch Magazinräume erweitert und umgebaut. Der unvermindert anhaltende Zuwachs an Akten führte schon bald zu erneuten Raumproblemen. 1981 wurde ein erstes Aussenmagazin in Betrieb genommen, in den Folgejahrzehnten mussten drei weitere Aussenmagazine bezogen werden. 1998/1999 wurde das Stammhauses an der Martinsgasse einer umfassenden Renovation unterzogen. Nach Zustimmung durch Regierung, Parlament und Stimmbevölkerung begannen 2021 die Arbeiten für einen Neubau beim Bahnhof St. Johann, in Nachbarschaft mit dem Naturhistorischen Museum.